Wanderung "Die Entführungsroute"

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kokkinos vrachos
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Wanderung "Die Entführungsroute"

Beitrag von kokkinos vrachos » 3. Januar 2016, 13:57

Kalimera, plane mit Freunden im Mai die „Entführungsroute“ der Andarten zu wandern. (Jedes Jahr am 20. Mai finden auf Kreta die Feierlichkeiten zum Gedenken des Widerstandes der Kreter gegen die Invasion statt.)

Zwei britische Offiziere (Patrick Leigh Fermor und Willliam Stanley Moss) einer Spezialeinheit und kretische Partisanen (Andarten) lauerten dem deutschen General Kreipe (Oberbefehlshaber der Landungstruppen der „Festung Kreta“) auf, nahmen ihn im April 1944 gefangen und marschierten mit ihm 18 Tage und Nächte durch die Insel unter der ständigen Gefahr, von den deutschen Besatzungstruppen entdeckt zu werden. Von einem Strand bei Rodakino ging es mit General Kreipe in einem Boot nach Marsa Marruh in Ägypten.

http://www.kreta-wiki.de/wiki/Kreipe_Entf%C3%BChrung

https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Kreipe

http://radio-kreta.de/historisches-kret ... al-kreipe/

Im neuen Buch von Patrick Leigh Fermor „Die Entführung des General“ ist die Route im Anhang detailiert beschrieben.

Hat schon jemand Erfahrungen mit der Route, oder irgendwo etwas darüber gelesen? Bin über jeden Tipp und Ratschlag dankbar.

http://www.doerlemann.com/?id=555&k=9&s ... &bioid=200

http://www.nzz.ch/feuilleton/buecher/hu ... 1.18517459

http://www.welt.de/print/die_welt/liter ... Kreta.html

Weitere Literaturtipps:

"General Kreipe wird entführt. Ein Husarenstück auf Kreta 1944", Hans Prescher
Mähringen 2007, 86 Seiten, Verlag Dr. Thomas Balistier
http://www.kreta-buch.de/webseite/de/re ... tikel%3D19

"Die Entführung von General Kreipe", Georgos Harokopos
2002, 318 Seiten, V. Kouvidis, V. Manouros, Heraklion/Kreta
Der Autor nahm selbst an der Überführung des Generals von den Bergen Kretas nach Marsa Matruh in Ägypten teil.
(das wohl umfangreichste Buch auf deutsch über den Widerstand der Andarten auf Kreta)

Schatten ohne Mann
Die deutsche Besetzung Kretas 1941-1945, Ulrich Kadelbach
Mähringen 2002 , 124 Seiten, Verlag Dr. Thomas Balister
http://www.kreta-buch.de/webseite/de/re ... tikel%3D24

Andartis, Monument für den Frieden, Karina Raeck.
Edition Hentrich (1995), 248 Seiten
ISBN 3-9804575-2-4
Dieses Buch ist ein zeitgeschichtliches Dokument was durch viel Arbeit mit Zeitzeugen und anderen Autoren entstand. Es berichtet auch über die Zeit während des Krieges, beinhaltet einige Berichte, Fotos und auch Liedertexte.

Kapitän Manolis Panduwas. Der Anführer des nationalen Widerstandes in Kreta seine Erinnerungen an den Kampf.
Sanudaki, Antoni K., Athen: Knossos, 1984

The Cretan Runner
Georgos Psychoundakis, Patrick Leigh Fermor/Übersetzer.
ISBN: 0-14-027322-0
Erlebnisse des Andarten/Widerstandskämpfers G. Psychoundakis während des Kampfes 1941-45. Er hatte unter anderem die Aufgaben eines "Melders" und war an einigen Aktionen beteiligt, unter anderem auch an der Entführung des deutschen Generals Kreipe.

vg, kv
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Re: Wanderung "Die Entführungsroute"

Beitrag von kokkinos vrachos » 5. Februar 2016, 14:29

Kalimera, habe noch etwas gefunden: http://maxi-race.tracedetrail.com/en/trace/trace/12547

Wir wollen ein paar Abschnitte auf der Entführungsroute von General Kneipe durchs Amari-Tal laufen. Das ganze soll zwischen dem 14./15. Mai bis 21./22. Mai stattfinden.

Wenn jemand Lust hat mitzuwandern, einfach bei mir melden.

wünsche allen ein schönes Wochenende, kv
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coxbazar
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Re: Wanderung "Die Entführungsroute"

Beitrag von coxbazar » 5. Februar 2016, 20:51

hallo kokkinos vrachos,

seit dem Krieg und dieser Entführungsgeschichte in Kreta (Europa) sind mehr als 70 Jahre vergangen,
wenn Du Krieg spielen willst, dann gehe in den nahen Osten.
Hans
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Re: Wanderung "Die Entführungsroute"

Beitrag von kokkinos vrachos » 5. Februar 2016, 23:16

[quote="coxbazar"]hallo kokkinos vrachos,

seit dem Krieg und dieser Entführungsgeschichte in Kreta (Europa) sind mehr als 70 Jahre vergangen,
wenn Du Krieg spielen willst, dann gehe in den nahen Osten.
Hans[/quote

zu dem Müll fällt mir beim besten Willen einfach nichts ein. Am Besten einfach ignorieren diesen Schwachsinn.....
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Re: Wanderung "Die Entführungsroute"

Beitrag von Tours » 11. Februar 2016, 08:32

Hallo kv,

was sind denn Eure Beweggründe für diese Wanderung der Entführungsroute?

vg,t

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Re: Wanderung "Die Entführungsroute"

Beitrag von kokkinos vrachos » 12. Februar 2016, 12:05

Tours hat geschrieben:Hallo kv,

was sind denn Eure Beweggründe für diese Wanderung der Entführungsroute?

vg,t
Kalimera Tours, die Freude am Wandern mit dem Geschichtlichen verbinden. Als antifaschistisch eingestellter Mensch beschäftige ich mich intensiv mit der Deutschen Besatzung auf Kreta und Griechenland.

Die Geschichte der Entführung fand ich schon immer sehr interessant. Nach dem lesen mehrerer Bücher über die Entführung stellte sich bei mir der Wunsch ein die Entführungsroute, also auf den historischen Spuren nach zu wandern.

So weit dazu in Kürze.

schönes Wochenende, kv
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Re: Wanderung "Die Entführungsroute"

Beitrag von Tours » 14. Februar 2016, 09:19

Hallo kv.

Erstmal danke für deine Rückmeldung.

Einen faschistischen Grundgedanken möchte dir wohl niemand unterstellen. Aber es ist gut dass du dich entsprechend distanziert hast.

Meine Ausführungen zu deinem Eintrag möchte ich ausdrücklich nicht auf dich persönlich richten, sondern als grundsätzlichen Kommentar zum Thema Kreipe verstehen!

Zum eigentlichen Thema.
Die Begeisterung einiger Weniger die mir bisher auf Kreta begegneten, ausschließlich Männern aus dem deutschsprachigen Raum, für die Entführung des Generalmajors Kreipe ist mir bisher unverständlich. Eine wirklich merkwürdige Art der Begeisterung für eine zutiefst beschämende Zeit.
In nahezu keiner Ausführung in Gesprächen mit den „Begeisterten“ kann man erkennen dass es ausschließlich um die Andarten, ja um die Kretische Bevölkerung geht.
P.L. Fermor hat gute Bücher geschrieben. Er war sicher ein, für mich und vielleicht auch für Andere, sehr interessanter Mensch. Um ihn geht es so gut wie nie in der „Begeisterung“ für diese Entführung.
Der Wiederstand der Kreter und damit auch der Andarten war durch die gesamte Geschichte Kretas bewundernswert, hat jedoch unglaubliche Opfer gefordert.

Die Bewunderung von Deutschen und Österreichern für diese Entführung weckt bei mir großes Unbehagen. Eben weil Kreipe dabei eine so gewichtige Rolle spielt. Weil es eine spektakuläre Entführung des Oberbefehlshabers der deutschen Besatzungstruppen (Angriffskrieg!) auf Kreta war. Unfassbar das es glückte. Aber genau diese Fixierung auf „den deutschen Teil“ geht mir völlig ab und entbehrt für mich jedes Verständnisses.
Besonders wenn man die militärischen Folgen für die Besatzung Kretas (keine!) und die Folgen für die Bevölkerung (unzählige Morde an Männern, Kindern, Alten und Kranken und niedergebrannte Dörfer als Vergeltungsmaßnahmen. Auszug Zitat von General Student:„....10 Kreter für einen Deutschen....“) entsprechend reflektiert. Viele hier aus dem Forum kennen sicher die dennoch wunderbare Freundlichkeit, besonders der Zeitzeugen auf Kreta, die einem entgegengebracht wird wenn man sich entsprechend verhält.

Gerade in den heutigen Zeiten ist es an uns „Kreta-Verliebten“ und damit auch der Sympathie für die Menschen dort, mit Rücksicht auf die Geschichte und vor dem Hintergrund der aktuellen Situation in Europa und damit besonders auch in Griechenland, etwas zurückhaltender zu sein.

Ich empfinde es als ausgesprochen unreflektiert eine solche Route zu laufen. Und, wie bereits geschrieben, kann ich die Faszination, wie sie in der üblichen Art und Weise auftritt, für diese Entführung nicht nachvollziehen.

Ich denke eine Diskussion zu der Besatzungszeit, und auch der aktuellen politischen Situation, kann in einem Forum wie diesem durchaus seine Berechtigung haben.
(@Simon: In wie weit politische Diskussionen zugelassen werden bzw erwünscht sind, kann der Admin am Besten beurteilen.)
Denn wir alle Bewegen uns in einem fremden Land, welches zumindest mich, herzlich empfangen hat. Und bei entsprechendem Verhalten auch gerne wiederempfängt.
Jedoch wundert mich sehr die Haltung einiger sehr schlecht informierter „Landsleute“ die auf Kreta Urlaub machen und über „die Griechen“ schimpfen, ebenso wie es in unseren (Leit-)Medien und durch unsere Politiker vorgegeben wird.
Es sind komplizierte Zeiten in denen wir aufpassen sollten uns nicht wieder gegeneinander aufwiegeln zu lassen.

Weiterhin wissen die Wenigsten um die Besatzungszeit der Nazis auf Kreta.

Meine Meinung hierzu. Man sollte versuchen, generell, etwas mehr zu reflektieren, sich versuchen zu informieren und zwar etwas differenzierter als „Bild“ und „FAZ“.

Wenn das geschieht, dann versteht man auch sich in anderen Ländern zu „bewegen“ ohne „den Deutschen“ raushängen zu lassen.

Zu deinem Eintrag:
Es ist nur eine Vermutung, aber vielleicht ist es aus diesem Grund schwer jemanden für dein Vorhaben zu begeistern. Weil es ein sehr schwieriges Thema ist.
Vielleicht ist es eben das, was Hans, zugegeben sehr deutlich, zum Ausdruck bringt.
Sich in Zeiten, in denen Deutschland zum wiederholten Mal und damit nach langer Zeit wieder an völkerrechtswidrigen Kriegen beteiligt, mit einer solchen Route zu beschäftigen, wirkt auch auf mich sehr merkwürdig und befremdlich. Zumindest ohne entsprechend differenzierten Kontext.

@kv: Es ist meine generelle Einstellung zur Kreipe Entführung, gepaart mit ein wenig „drumherum“ im Bezug auf „Deutsche auf Kreta“.

Andreas

Quellenangaben:
Karl-Heinz Golla: Die deutsche Fallschirmtruppe, 1936–1941. Ihr Aufbau und ihr Einsatz in den ersten Feldzügen der Wehrmacht. Mittler, Hamburg 2006, ISBN 3-8132-0684-X, S. 353–558.
Zuletzt geändert von Tours am 17. Februar 2016, 11:12, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Wanderung "Die Entführungsroute"

Beitrag von admin » 16. Februar 2016, 07:52

Hallo zusammen,

ihr könnt gerne diese Diskussion führen. Bitte bleibt eben sachlich. Und wenn ihr zitiert, dann bitte die entsprechenden Quellen gut verlinken, so dass es urheberrechtlich keine Probleme gibt.

Viele Grüße
Simon

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Re: Wanderung "Die Entführungsroute"

Beitrag von kokkinos vrachos » 17. Februar 2016, 03:20

Tours hat geschrieben: Zu deinem Eintrag:
Es ist nur eine Vermutung, aber vielleicht ist es aus diesem Grund schwer jemanden für dein Vorhaben zu begeistern. Weil es ein sehr schwieriges Thema ist.
Andreas
Moin Andreas, noch mal ich bin durch und durch ein Antifaschist. Ich will auch niemanden für das "Vorhaben" wie du es nennst begeistern, sondern habe nach Informationen über die "Entführungsroute" nachgefragt. Da es kaum Informationen darüber gibt. Es haben sich auch ein paar interessierte Mitwanderer gemeldet.

Wir, alles Antifaschisten aus Berlin und Hamburg wollen die "Entführungsroute" nachwandern, weil uns die Geschichte des kretischen Widerstandes interessiert. Für uns als Antifaschisten ist es selbstvertändlich auch die Orte aufzusuchen wo die Deutschen gewütet haben, oder die eine Rolle im kretischen Widerstand gespielt haben. Dazu gehört für uns auch die "Entführungsroute". Die Wanderung ermöglicht es, sich an den historischen Orten mit dem antifaschistischen Widerstand gegen die deutsche Besatzung in Kreta auseinanderzusetzen. Die Wanderung verstehen wir als einen Teil unserer antifaschistischen Praxis.

Schon bei der puren Rückkehr zu den Orten dieser Geschichten wird einem begreiflich, welcher Wunsch nach Gerechtigkeit die Partisaninnen und Partisanen zum Kampf motiviert hat. Es geht darum, den Orten zu lauschen, um die Entscheidung zu verstehen, Partisanin und Partisan zu werden: die Leiden, die damit verbunden waren, die Angst vor dem Tod, die Hoffnung auf eine andere Zukunft, in der Gleichheit herrscht. Ein Traum, der mit der Kraft der Vernunft und der Solidarität zu realisieren ist, die einer Gruppe freier Frauen und Männer entspringt.
http://www.sentieripartigiani.it/de

Einige von uns haben auch schon in der Vergangenheit an Wanderungen auf Partisanen-Wegen in Reggio Emilia/Italien (http://www.istoreco.re.it/) und Katalonien teilgenommen. Treffen mit Zeitzeugen/Partisanen gehören dazu.
Wanderungen auf historischen Partisanen-Wegen gibt es in mehreren Ländern, und sind ein Beitrag zur antifaschistischen Kultur- und Bildungsarbeit.

Teilnehmer aus Berlin und Hamburg angagieren sich schon seit Jahren antifaschistisch auf Kreta, z.B. wurden von einer Freundin aus Berlin die ersten Proteste gegen das Revisionistisches Gedenken in Maleme ins Leben gerufen: http://de.indymedia.org/2005/05/117393.shtml
Von der Freundin ist auch der Film "Als die Deutschen vom Himmel fielen": http://www.kreta-film.net/Kreta-Film/Start.html

Desweiteren planen wir zusammen mit Einheimischen um den 20.5. eine Antifaschistische Kundgebung in Kandanos/Floria, weil dort immer noch ein Gedenkstein für die Gebirgsjäger steht: http://www.kreta-wiki.de/wiki/Floria

http://www.kreta-wiki.de/

https://www.facebook.com/pages/Kreta-Wi ... 0618176438

https://www.facebook.com/AkDistomo

vg, kv (Die Solidarität ist die Zärtlichkeit der Völker)
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J. W. Goethe

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Re: Wanderung "Die Entführungsroute"

Beitrag von Tours » 17. Februar 2016, 14:47

Hallo kv.

Und schon haben wir mehr Kontext…

Vielen Dank.

Andreas

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Re: Wanderung "Die Entführungsroute"

Beitrag von kokkinos vrachos » 15. April 2018, 21:09

Following Patrick Leigh Fermor and the WWII Greek Resistance trail on Crete

As April approaches, Jim Claven takes us back to the famous abduction of German General Kreipe in April 1944 and more heroic stories from the Hellenes


https://neoskosmos.com/en/112857/follow ... -on-crete/

vg, kv
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