Ein paar Tipps für Omalos?

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p22
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Ein paar Tipps für Omalos?

Beitrag von p22 »

Hallo,
ich habe auf Kreta bislang immer nur Wanderungen entlang des Küsten-E4 gemacht, und will mich jetzt (ab 20.6.) mal in die Gebirgsregion vorwagen. Nicht gleich ein mehr-Tages-Trekking, sondern der Plan ist, von Agia Roumeli die Samaria-Schlucht bis nach Omalos hochzulaufen, da habe ich mir für drei Tage ein Zimmer gemietet, um die Gegend in ein paar Tagestouren kennenzulernen.
Nach den drei Tagen wollte ich dann nach Sougia absteigen.
Eine Tour auf den Ginglios würde sich wohl anbieten. Dabei wollte ich dann einen Abstecher machen und mir die "Stelle" anschauen, die auf der schwierigen Varianten nach Sougia so kritisch sein soll, und danach entscheiden, ob ich am letzten Tag hier nach Sougia absteige oder die leichte Variante durch die Agia Irini Schlucht.
Oder ist das eine Schnapsidee und ich sollte besser gleich die leichte Variante nehmen?

Und was für eine zweite Tagestour ab Omalos könntet ihr noch empfehlen?

Ich bin mir auch ziemlich unsicher, was für Klamotten für da oben für Ende Juni in den Rucksack müssen... Reicht ein Pullover plus leichte Windjacke, oder braucht man noch mehr Zeug?
Den Küsten-E4 bin ich ohne Probleme komplett mit leichten Trailrunning-Schuhen gelaufen, geht das auch für Tagestouren ab Omalos, oder muss ich die Bergstiefel aus dem Keller holen?

Peter

kokkinos vrachos
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Re: Ein paar Tipps für Omalos?

Beitrag von kokkinos vrachos »

Kalispera Peter, von Omolos bietet sich natürlich der Gingolos (oder nur bis zum Sattel) an. Bei mir steht schon länger die Wanderung auf dem alten Verbindungsweg von Omalos nach Lakki an: viewforum.php?f=54

Nach Sougia:
- sehr schön ist die Wanderung von Omalos - Greleska - Agia Ekaterini - Koustegerako - Sougia. Ist eine sehr schöne und einasme Wanderung, bin ich im Juni 2017 gegangen. Die Tour kann ich dir wirklich empfehlen.

oder
- von Omalos die Figou-Schlucht zum Dorf Agia Irini herunter, oder weiter durch die Agia Irini-Schlucht nach Sougia. Ich finde die Agia Irini-Schlucht nicht besonders interessant. Die Figou-Schlucht hat mich sehr beeindruckt: viewtopic.php?f=6&t=505

zum Wetter:
Normalerweise hast du Ende Juni tagsüber um 30C (nachts über 20C), auch oben in Omalos oder auf dem Gingilos. Ein leichter Wind kann wehen. Nachts ist es in Omalos ein paar Grad kälter als an der Küste. Seit ein paar Jahren ist das Wetter auch auf Kreta nicht mehr beständigt. Der Klimawandel ist auch auf Kreta angekommen. Normalerweise regnet es im Juni nie, letzten Juni hat es mehrmals geregnet. Ich konnte z.B. im Juni 2017 oben bei der Kirche Agia Ekaterini nicht draußen schlafen, so windig war es. Tagsüber sollte aber zu 99% kurze Hose und ein T-Shirt reichen, für abends vorsichtshalber ne leichte Jacke einpacken.

Schuhe:
ich bin auch kein Freund von schweren Bergstiefeln. Wandere auch am liebsten mit leichten Wanderhalbschuhen. Für deine Pläne reichen deine leichten Trailrunning-Schuhe. Nur vom Sattel zum Gingilos würde ich leichte Wanderstiefel vorschlagen, da der Untergrund sehr steinig und spitz ist und eine andere Beschaffenheit hat als der E4-Küstenwanderweg.

kalo dromo, kv
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mixalhs
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Re: Ein paar Tipps für Omalos?

Beitrag von mixalhs »

Du kannst auch über die Kallergi-Hütte zum Melidaou gehen, etwa viereinhalb Stunden von Xyloskalo, zurück unter vier Stunden. Allerdings ist etwa ein Viertel des Wegs Schotterpiste. Weiter oben teilt sich der Weg in zwei Varianten, so dass Hin- und Rückweg nicht vollständig identisch sein müssen.

Nach Koustagerako/Sougia kannst Du auch über den Strifomadi und dann weiter auf dem E4 über Achlada laufen. Das habe ich vor vier Jahren in entgegengesetzter Richtung gemacht und es war wunderbar. Die Variante wurde hier im Forum beschrieben, und die Route ist auf der Offline-Karte Samaria von Anavasi auch eingezeichnet. Die beiden Offline-Karten der Lefka Ori für jeweils 4.79€ kann ich überhaupt sehr empfehlen. Für Omalós bis zum Melidaou reicht, der westliche Teil. Für alles, was weiter östlich liegt, zum Beispiel Pachnes, braucht man die zweite Karte.

Herzlichst, Michael

p22
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Re: Ein paar Tipps für Omalos?

Beitrag von p22 »

Hallo,
vielen Dank, kv und Michael.
@kv: Greleska sieht auf der Karte aus wie eine Sackgasse, ich nehme an du meintest den eingezeichneten Pfad, der Greleska aber rechts liegen lässt?

@Michael
Melidaou:
Hatte ich auch schon ins Auge gefasst, allerdings scheint mir der Weg über Xyloskalo wohl ein langweiliger Umweg über Teerstraßen, wenn ich in Omalos im Hotel absteige, oder? In der von dir empfohlenen Anavasi-Online-Karte ist ein gestrichelter Direktweg Omalos-Kallergi eingetragen, der wohl mit diesem von Simon hochgeladenen Track viewtopic.php?f=67&t=141 übereinstimmt. Weiß jemand, wieviel Zeit man dafür einplanen muss?

Kousttagerako/Sougia:
Ich nehme an, Du meinst die Umgehung, wo Simon in dem Unterforum schreibt: "Gerade mit Gepäck ist dieses Teilstück nicht empfehlenswert. Eine Möglichkeit, dieses Stück zu umgehen, ist über den Gipfel des Strifomadi zu gehen." Was denkst du, wie lang man dann ungefähr rechnen muss von Omalos bis Sougia?

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admin
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Re: Ein paar Tipps für Omalos?

Beitrag von admin »

Hallo Peter,

ja, man muss nicht nach Gre Leska runter - der Pfad startet oberhalb. Die Hütte liegt unten an einer Sackgasse.

Der Weg von Omalos nach oben spart dir auf jeden Fall Zeit. 2 h würde ich dafür etwa ansetzen. Der Weg war früher blau gepunktet markiert - wie es im Moment aussieht, das weiß ich nicht genau. Denke aber, Christoforos hat nachmarkiert.

Mit Gepäck würde ich nicht über den Gingilos Sattel sondern vor dem Felstor - wie beschrieben - Richtung Stifomadhi Gipfel. Dann Richtung Achlada. Wenn du nicht mehr von Koustogerako runterlaufen willst - bis Livadas ist man jedenfalls schnell, dann via Schotterstraße nach Sougia - kannst du ggfs. auch ein Taxi oder so organisieren.

Viele Grüße
Simon

kokkinos vrachos
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Re: Ein paar Tipps für Omalos?

Beitrag von kokkinos vrachos »

p22 hat geschrieben:
12. Juni 2019, 09:42
Hallo,
vielen Dank, kv und Michael.
@kv: Greleska sieht auf der Karte aus wie eine Sackgasse, ich nehme an du meintest den eingezeichneten Pfad, der Greleska aber rechts liegen lässt?
Moin und Kalimera Peter, Greleska ist eine "Sackgasse" wie du schreibst. Der kleine Abstecher lohnt sich aber für eine Pause und wegen der tollen Aussicht. Von Omalos bis zum Abzweig nach Greleska geht es eine öde (schattenlose) Asphaltstraße/später Schotterpiste hoch. Kurz hinter Greleska beginnt der Monopathi und es wird richtig schön.....

Greleska: viewtopic.php?f=61&t=501&p=2727&hilit=Greleska#p2727

vg, kv
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Rheinländer
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Re: Ein paar Tipps für Omalos?

Beitrag von Rheinländer »

Hallo Peter,

Zum Gingilos hoch ist definitiv eine schöne Tagestour. Einen Abstecher zur Kallergi-Hütte solltest Du auch in Erwägung ziehen. Hier wäre eine Rundwanderung möglich: Omalos - Koukoules (weiß gerade nicht mehr genau, wie der Berg heißt, gemeint ist der östliche von Omalos gelegene, ca. 1600 Meter hohe Berg über den der Monopathi führt) - Mittagspause auf Kallergi - Blaupunktweg entlang des Grates nach Xyloskalo und über Straße wieder nach Omalos.

Ich persönlich finde, dass sich der Abstecher nach Gre Leska nicht lohnt. Die Aussicht ins weite Tal Richtung Sougia hat man in meiner Erinnerung auch an anderen Stellen des Monopathis. Anspruchsvoller, aber auch etwas spektakulärer ist der Gebirgs-E4 über den Strifomadi und das Achlada-Tal. Der eigentliche, weggebrochene E4 war 2018 definitiv nichts für schwache Nerven und ich könnte mir vorstellen, dass dieser Winter den "Weg" noch weiter beschädigt hat. Also lieber den schönen Strifomadi-Gipfel mitnehmen und am Ende in Koustogerako ein wohl verdientes Bier im Kafenion genießen ;)

Kalo Dromo
Dennis

p22
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Re: Ein paar Tipps für Omalos?

Beitrag von p22 »

Nochmal vielen Dank für die ganzen Tipps. Ich werden dann mal versuchen, übernächste Woche ein paar Fotos hochzuladen.
Was denkst du, wieviel Zeit muss ich einplanen für die von dir beschriebene Strecke nach Sougia? Um 18:10h wollte ich das Boot in Sougia nehmen.

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pezopóros
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Re: Ein paar Tipps für Omalos?

Beitrag von pezopóros »

Ich bin gespannt auf Dennis' Antwort zu der Zeit. Er ist glaube ich eher schnell unterwegs.

Ich plane die Strecke nach zwei vergeblichen Anläufen 2017 dieses Jahr nun ebenfalls endlich zu laufen. Am Mi. den 26.06., allerdings von der Kallergi Hütte aus. Ich will möglichst mit Sonnenaufgang losgehen um genug Zeit auf dem Weg zu haben und den Psilafi Gipfel noch mitzunehmen.
Allerdings plane ich auch über Nacht in Sougia zu bleiben. Kann ich dir auch empfehlen, gefällt mir mittlerweile viel besser als Paleochora, wo deine Fähre dann ja hinfährt. Aber jeder wie er mag ;-)

Von Koustogerako nach Sougia ist die Strecke nicht mehr spannend und wird sich nach dem langen Abstieg durch das Achlada Tal sicher ziehen. Ich werde dann spontan entscheiden, ob ich trampe (falls überhaupt ein Auto kommt) oder doch über die Antennen zum E4 runtersteige um dann aus Osten kommend nach Sougia einzubiegen. Den Weg über Livadas mit der dort beginnenden Teerstraße werde ich versuchen zu meiden.
Theoretisch könnte man in Koustogerakou im Kafenion (oder per Handy) sicher auch ein Taxi aus Sougia bestellen, aber das kommt für mich nicht in Frage.

Falls du es schaffst zeitnah nach deiner Tour hier einen kurzen Kommentar zu hinterlassen würde ich mich freuen. Besonders an Infos hinsichtlich evtl. noch vorhandener Schneefelder beim Aufstieg auf den Strifomadhi wäre ich sehr interessiert.

Viele Grüße
Daniel
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Rheinländer
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Re: Ein paar Tipps für Omalos?

Beitrag von Rheinländer »

Zur Gehzeit: Von Xyloskalo bis zum Felsentor sollte man eine Stunde brauchen. Eine weitere gute Stunde, eventuell anderthalb würde ich zum Strifomadi-Gipfel einplanen, von dem man eine halbe Stunde bis zum E4 absteigt. Durch das Achlada-Tal bis Koustogerako etwa drei Stunden, eventuell auch mehr, es zieht sich dann gerade unten mit den endlosen Schotterflüssen.

Mit 5 1/2 bis 6 Stunden kann man sicher rechnen, und ja, da läuft man dann sicher auch ein gutes Tempo.
Koustogerako - Sougia per Pedes auf verschiedenen Wegen sollte so zwei Stunden dauern. Das tut dann aber sicher weh ;) ich bin oft getrampt. Natürlich ist dort wenig bis kein Verkehr, aber der Kreter, der dann noch fährt, nimmt dich bestimmt mit. Oder man setzt sich ins Café, vielleicht ergibt sich ja was :) Mit einem frühen Start in Xyloskalo sollte alles klappen; es wird aber definitiv ein langer (aber lohnender) Wandertag.

kokkinos vrachos
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Re: Ein paar Tipps für Omalos?

Beitrag von kokkinos vrachos »

p22 hat geschrieben:
13. Juni 2019, 20:58
Um 18:10h wollte ich das Boot in Sougia nehmen.
Falls du es schaffst, Nenkritis fährt um 17.50 Uhr und ist um 18.40 Uhr in Pale. Preis 9.- Tacken: https://nenkritis.gr/

Anendyk kostet 11.20€.

vg, kv
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Nikos Kazantzakis

p22
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Re: Ein paar Tipps für Omalos?

Beitrag von p22 »

@Daniel
mit den Vorab-Infos für dich wird das leider nichts, weil ich ebenfalls am 26. die Tour machen wollte :-))
Ich schicke dir mal ne PM, wenn du Lust hast können wir ja zusammen Richtung Sougia. Ich muss allerdings jetzt nicht mehr so früh los - ich habe gerade umdisponiert und für den 26. ein Zimmer in Sougia gebucht. Unter Zeitdruck macht die Tour vermutlich keinen Spaß.

Grundsätzlich finde ich Sougia auch netter als Paleochora, aber ich will nach 6 Wandertagen 3 Strandtage machen, und in Sougia ist in meiner Erinnerung immer schon spätnachmittags, wenn die Temperaturen angenehm werden, die Sonne hinterm Berg verschwunden...

Peter

p22
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Re: Ein paar Tipps für Omalos?

Beitrag von p22 »

Hallo,
da mir so viele Leute Tipps gegeben haben, will ich jetzt auch kurz berichten von meiner 3-Tages-Tour nach Omalos. Am 23. bin ich von Agia Roumeli gestartet. 5 vor 6 war ich am Kassenhäuschen der Samaria-Schlucht, aus dem Häuschen kam zwar Licht, aber auch auf mein Klopfen hin wollte niemand Eintritt kassieren ... also dann eben als "Schwarz-Wanderer" in die Schlucht. Drei Stunden hatte ich die Samaria-Schlucht für mich alleine, dann begann der Gegenverkehr ... anfangs grüßt man noch zurück, irgendwann wirds aber lästig.
samaria1.jpg
samaria2.jpg
samaria3.jpg
samaria4.jpg
So ca. 12 Uhr war ich oben, Kassenhäuschen wieder nicht besetzt, so ganz genau wirds mit der Zählung der Ein- und Austritte wohl doch nicht genommen. Das kleine Restaurant oben in Xyloskalo oberhalb des Kassenhäuschens kann ich empfehlen, ist ein klein bisschen teurer als die Durchschnittstaverne aber auch ein kleines bisschen ambitionierter ... Außerdem haben sie eine quasi öffentliche Toilette unterhalb des Gastraums, wo man z.B. auch noch Wasser zapfen könnte. Ob auch nach 18 Uhr, wenn sie schließen, weiß ich nicht. Dann in mein Hotel, eine Stunde durch die pralle Sonne:
omalos1.jpg
Für den ersten Tag habe ich mir dann den Gingilos vorgenommen, plus evt. ein Abstecher auf das berüchtigte Wegstück unterhalb des Strifomadi. Es geht bequem los ...
gingilos1.jpg
... wird dann schon etwas haariger ...
gingilos3.jpg
mit tollen Ausblicken auf den Sattel:
gingilos2.jpg
Vorbei an der Linoseli-Quelle, die sich in drei verbundene Ziegentränken ergießt, wo man aber von der ersten gut den Schlauch abheben und das Wasser in die eigene Flasche umleiten kann:
linoseli.jpg
Dann ziemlich steil auf den Sattel, von wo aus man Nord- und Südküste sehen kann. Ab da dann gut markiert, aber ziemlich weglos auf den Vorgipfel, öfters unter Zuhilfenahme beider Hände.
markierung.jpg
Auf dem Vorgipfel wars so schön und idyllisch...
gipfel1.jpg
gipfel2.jpg
...dass ich mir den Hauptgipfel zugunsten einer längeren Picknick- und Aussichts-Pause, angelehnt an einen Windschatten spendenden Felsen, gespart habe. Überall Unmengen von Schmetterlingen und 7-Punkt-Marienkäfern...Dann wieder runter zum Sattel, dabei gabs dann auch schon einiges an Gegenverkehr.

p22
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Re: Ein paar Tipps für Omalos?

Beitrag von p22 »

Das es noch ziemlich früh war, und ich nur einen 2kg-Tagesrucksack mit Wasser, Sonnencreme und Erste-Hilfe-Set auf dem Rücken hatte, wollte ich vom Sattel noch den E4 Richtung Koustogerako ein Stück weit auskundschaften, um zu sehen, ob ich mich trauen würde, hier mit Gepäck abzusteigen. Kurzer Blick aufs Handy auf die Anavasi-App -ah, hier lang gehts. Aber nur 2 Minuten, dann stand ich orientierungslos im Hang ... Wirklich schwer zu finden, der Einstieg. Zum Glück hatte ich auf dem Sattel vorher eine deutsche Wandergruppe getroffen, und denen von meinem Plan erzählt. Die beobachteten dann vom Sattel aus zunächst interessiert meine Bemühungen, und als ich nur noch orientierungslos rumstand, hat mich einer lautstark dirigiert, "da hoch", "weiter links", usw. usw., das nächste E4-Schild konnte er vom Sattel aus immer erkennen, ich aus dem Hang aber nicht...
Irgendwann hatte ich dann den Weg, bzw. es war so eine Art Grat, wo es auch nur in eine Richtung ging, bis zu der Stelle mit den "Klettersteig"-Stufen. Ich fands dann immer aufregender und bin adrenalin-gepusht einfach immer weiter gelaufen, mit etwas schlechtem Gewissen, weil ich dem Wanderkollegen auf dem Sattel, der mich so nett dirigiert hatte, ja gesagt hatte, ich laufe nur mal kurz 15 Minuten in die Richtung da... Hoffentlich hat er nicht überlegt, die 112 zu rufen.
Der Weg ist wirklich schlecht, das hier sind noch harmlosere Stellen, bei den richtig kritischen Stellen stand ich zu sehr unter Adrenalin und hab nicht ans fotografieren gedacht:
e4-2.jpg
e4-1.jpg
Besonders die zweite seilversicherte Stelle ist haarsträubend, der Pfad ca. 10 cm breit und der Abhang nicht ganz 90 Grad, aber fast... Das Drahtseil selbst halte ich für einwandfrei, auch auch die Befestigung an den beiden Enden sieht stabil aus, es hängt halt bloß durch. Mit einem Klettergurt könnte man sich absichern. Ich hab mich halt festgehalten wie an einem Treppengeländer, aber ob man sich mit bloßen Händen wieder hochziehen könnte? Keine Ahnung, psychologisch hilfts aber...
Der Gänsegeier hier hat mich im Blick behalten und wohl aufs Abendessen gehofft:
geier.jpg
Kurz bevor der Weg die scharfe Linkskurve macht, liegt links ein markantes Restschne-Feld:
restschnee2.jpg
In der Rinne, wo es nach links geht, floss ein kleines Rinnsaal, hier hätte man bei Bedarf nochmal Wasser tanken können.
Ab hier hab ich wieder keinen Weg mehr gefunden und wollte schon umkehren, dann bin ich ein Stück zurück und hab mir den Hang nochmal von weiter weg angesehen, und dann wurde mir der Weg klar. Also weiter... Nun war ich fast an der Stelle, wo die Umgehung über den Strifomadi auf den Weg trifft, und ich habe beschlossen, darüber zurückzulaufen. Also den Einstieg gesucht ... keine Chance. Ich bin bestimmt 15 minuten links und rechts gelaufen, Blick auf die Anavasi-App, Blick auf Oruxmaps mit dem Track aus dem Forum ... also ich habe keinen Weg gefunden. Also auf Sicht den Hang hoch bis zum Gipfel:
strifo.jpg
Dann wieder runter, mal hab ich einen Weg gefunden, aber mindestens die Hälfte der Strecke bin ich eher von Ziegenpfad zu Ziegenpfad gehüpft. Die Richtung ist mit Track kein Problem, aber der Weg sehr mühsam. Dabei ist dann die Überzeugung gereift, dass das nicht übermorgen mein Weg nach Sougia wird - zu anstrengend.

kokkinos vrachos
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Re: Ein paar Tipps für Omalos?

Beitrag von kokkinos vrachos »

Moin und Kalispera Peter, danke für deinen Bericht und die tollen Fotos. Ich bin im September 2008 die Samaria-Schlucht gewandert, danach ging bei mir 2-3 Tage nichts. Deswegen Hut ab, das es gleich am nächsten Tag bei dir weiter ging.

Durch den regenreichen Winter gibt es dieses Jahr viele Schmetterlinge, wie der Distelfalter auf deinem Bild. Zum Teil kannst du hunderte Schmetterlinge auf einmal sehen. Leider gibt es durch den Regen auch mehr Mücken. Vor ein paar Tagen hatte jemand geschrieben, daß zwischen der Linoseli-Quelle und dem Sattel auch eine richtige Mücken-Plage gewesen ist.

Ta Leme, kv
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Nikos Kazantzakis

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