Description of the walk / Wegbeschreibung

The second section across the central White Mountains - crossing a wild and remote area between Livada mitato and the plateau of Niato. The most difficult part is the contouring of Kastro mountain
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Description of the walk / Wegbeschreibung

Beitrag von admin » 6. April 2008, 10:58

E4-Berg: Katsiveli - Askifou:

Anspruch/Charakter:
Dieses Teilstück des E4 ist sicher als das anspruchsvollste im Massiv der Levka Ori zu betrachten. Dies gilt vor allem aufgrund der teilweise mangelhaften Markierungen wie auch des teilweise kaum vorhandenen Weges auf schwierigem Terrain. Ein sehr gutes Orientierungsvermögen ist in diesem abgelegenen Teil des Bergmassives absolut notwendig. Außerdem ist eine gute Kondition für dieses lange und vom Höhenprofil her sehr anspruchsvolle E4-Teilstück notwendig.
Die Wanderung führt durch ein weitgehend unberührtes Naturparadies. Dieser Teil der Weißen Berge ist sicher der unzugänglichste und am wenigsten frequentierte des Gebirgsstocks. Für die Anstrengungen entschädigt wird man einerseits durch die fantastische Bergwelt dieser Hochwüste, andererseits durch einmalige Ausblicke auf die etwa 2000 m tiefer gelegenen Gebiete der Nordküste Kretas.

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Blick vom Sattel am Grias Soros auf die Nordküste

An- und Abfahrt/Unterkünfte/Einkaufen:
Katsiveli erreicht man über eine relativ kurze Wanderung vom Ende der Straße in Roussies aus ( viewforum.php?f=28 ). Außerdem gelangt man in einer Tagestour auf dem E4-Weg von Kallergi nach Katsiveli ( viewforum.php?f=16 ). In Katsiveli kann man einerseits in der kleinen EOS-Notunterkunft nächtigen. Außerdem steht auf einem Sattel oberhalb des Katsiveli-Tals die verschlossene EOS-Schutzhütte; den Schlüssel hierzu erhält man beim Bergsteigerverein in Chania, oder man erkundigt sich über die derzeitigen Gegebenheiten in der Kallergi-Hütte ( http://www.kallergi.com ). Weiterhin kann man auf dem flachen Talgrund der Senke auch ein Zelt aufstellen.
Nahe bei Katsiveli liegt das Mitato Livada. Auch hier könnte man zur Not in Abwesenheit der Hirten nächtigen. In der Umgebung gibt es ebenfalls Möglichkeiten, sein Zelt aufzustellen. Livada erreicht man von Norden aus Richtung der Volikas-Schutzhütte ( viewforum.php?f=46 ) wie auch aus Richtung Therissos / Kolokithas ( viewforum.php?f=70 ).
Der Teilort von Askifou, Ammoudari, am anderen Ende der Wanderung, liegt an der Hauptstraße von Vrysses nach Chora Sfakion und hat damit auch einen Anschluss ans Linienbusnetz; aufgrund der neuen Umgehungsstraße sollte man sich über die derzeitigen Gegebenheiten in Sachen Bus im Ort erkundigen ( http://bus-service-crete-ktel.com/ ). In Ammoudari gibt es eine ausreichende Anzahl an Übernachtungsmöglichkeiten und Tavernen. Die Vorräte können in einem Mini-Markt aufgefrischt werden. Oberhalb von Ammoudari an der Tavri-Hochebene steht die gleichnamige EOS-Schutzhütte, deren Schlüssel ebenfalls beim EOS Chania ( http://www.eoshanion.gr ) auszuleihen ist.

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Blick vom Sattel am Grias Soros auf den Askifiotikos Soros, der an einem Sattel vom langgestreckten Trocharis(?)-Berg getrennt wird. An diesem verläuft der Weg entlang. Im Vordergrund ein markanter Sattel ("Sideroporti")

Dauer und Wegrichtung:
Der Weg ist von Katsiveli nach Askifou in einem ziemlich langen Tagesmarsch zu bewältigen. Ob solch ein langer Fußmarsch Sinn macht, muss jeder selbst entscheiden. Unterwegs gibt es auf jeden Fall ausreichend Möglichkeiten (im Freien) zu übernachten. Der Weg von Katsiveli nach Livada ist in gut einer Stunde zu schaffen. Das Hochtal hinter Livada durchquert man in 2 h, um dann den Sattel am Grias Soros zu erreichen. Den Sattel am Beginn des Abstiegs am Kastro erreicht man wiederum in 3 h. Der Abstieg bis zur Niato-Hochebene wird in 3 bis 3.5 h bewältigt. Von Niato über Tavri nach Askifou führt der Weg in etwa 1.5 h abwärts.

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Morgendlicher Blick vom Katsiveli-Tal auf den Pachnes

Der umgekehrte Weg von Askifou nach Katsiveli ist kaum an einem Tag zu bewältigen. Hier macht es wohl Sinn, am Nachmittag bis zum Niato-Plateau oder aber bis oberhalb der Kastro-Nordflanke aufzusteigen, um dann dort sein Lager aufzuschlagen und den zweiten Teil der Wanderung am Folgetag zu bewältigen. Die Niato-Hochebene erreicht man von Askifou aus in etwa 2 h. Für den Aufstieg über die Kastro-Nordflanke benötigt man etwa 3.5 h. Von dort aus arbeitet man sich in etwa 3 bis 4 h hinauf zum Sattel am Grias Soros. Durch ein Hochtal erreicht man Livada in 1.5 h und Katsiveli in weiteren 1.5 h.

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Das Mitato Livada

Wasserstellen:
In Katsiveli gibt es gutes Wasser aus einem Schlauch, der aus den Bergen kommt und an der Tränke endet. Das Wasser ist hierbei an der sehr hoch und abseits von Katsiveli gelegenen Quelle immer verfügbar. Jedoch stellen die Hirten dies zwischenzeitlich ab, so dass in Katsiveli direkt dann kein Wasser mehr vorhanden ist. Deshalb sollte man davon ausgehen, kein Wasser zu erhalten. Einzig die EOS-Hütte hat eine ganzjährig gefüllte Regenwasserzisterne, die jedoch nur mit ihrem Schlüssel zugänglich ist. Das nächste „sichere“ Wasser gibt es im 1.5 h entfernten Roussies.
In Livada gibt es unten im Tal eine Zisterne mit zweifelhafter Qualität. Jedoch kann man aus dem Hochtal nach Livada hinauf zum Lagounero steigen: Hier findet sich eine sehr gute Quelle, die üblicherweise ganzjährig Wasser führt.
In Niato existiert nördlich der kleinen Hochebene, am Ende der Straße, nahe beim Beginn des E4-Wegs, eine Zisterne mit gutem Wasser. Aus ihr kann mittels eines Behälters an einem Seil Wasser emporgezogen werden. Hier können die Vorräte aufgefüllt werden.
In Askifou kann man sich am Beginn der Wanderung mit Wasser eindecken.

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Blick vom Sattel am Grias Soros auf das sich nach Livada ziehende Hochtal

Beste Jahreszeit:
Die Wanderung kann ab Mitte/Ende Mai bis in den späten Oktober durchgeführt werden. Bei schlechtem Wetter (Wolken/Nebel, Regen) ist diese Tour nicht zu empfehlen, da man Orientierungsschwierigkeiten bekommen würde. Außerdem werden die Felsen am Kastro sehr rutschig. Blitzschlag stellt eine weitere Gefahr dar, da man teilweise sehr exponiert läuft. Wind stellt aus diesem Grund ein weiteres Gefahrenpotential dar. Im Hochsommer muss man an die starke Sonneneinstrahlung denken.
Die beste Zeit für diese Wanderung ist der Sommer und Frühherbst, da es in diesem Höhen nicht zu heiß wird. Zum Schutz vor der Sonne empfiehlt sich eine Kopfbedeckung.

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Der Kegelberg Grias Soros

Markierungen:
Von Katsiveli nach Livada sind ausreichend E4-Markierungen vorhanden; der Weg wurde im Frühjahr 2009 markiert. Auch durch das Hochtal weisen genügend E4-Stangen und E4-Zeichen den Weg bis zum Sattel am Grias Soros. Danach werden die Stangen weniger und hören schließlich im Bereich des Koutalas ganz auf. Nichtsdestotrotz weisen gemalte E4-Zeichen den Weg. Beim Abstieg am Kastro weisen wieder E4-Stangen den Weg - dank der neuen Zeichen ist es nicht mehr besonders schwierig ist es allerdings, die erste Stange zu finden.
An der Zisterne nördlich von Niato gibt es wieder E4-Stangen, die bis Askifou ausreichend den Weg vorgeben.

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Blick vom Sattel am Grias Soros in eine "Mondlandschaft"

Wegbeschreibung:
Katsiveli – Askifou:
Der Weg folgt den E4-Markierungen hinauf aus der Talsenke von Katsiveli zur gleichnamigen EOS-Hütte, die auf einem Sattel unterhalb des Svourichti-Berges thront. Von hier aus hat man bereits einen weiten Blick in das folgende Hochtal. Hierfür geht man ein paar Serpentinen abwärts, um Höhe zu verlieren. Danach wendet sich der Weg nach rechts, um auf der nördlichen Seite des Svourichti oberhalb der Dolinen entlang zu führen. Hat sich das Relief im Talgrund besänftigt, nähert sich auch der Weg diesem zu und läuft danach immer am tiefsten Punkt auf sanftem Terrain. Die E4-Stangen sind zur Orientierung immer an den höchsten Felsen angebracht und kennzeichnen nicht den tatsächlichen Wegverlauf; E4-Zeichen weisen allerdings den Weg. Dieser verläuft weiterhin am Grund entlang. Mehrere Talpfannen werden durchquert bis das weitere Relief der Täler deutlicher wird: In Laufrichtung sieht man bereits das Tal trogförmig zum Stavrou Seli Pass hochsteigen. Ein rechtes Seitental zweigt aus der Senke hinauf zum Pass unterhalb des Grias Soros ab. An diesem Talabzweig thront das jetzt erkennbare Mitato Livada am höchsten Punkt. Um es zu erreichen, muss man den Talgrund verlassen, um eine Spur, die dorthin hinaufführt, rechtzeitig ergreifen zu können.
Um zur Volikas-Hütte zu gelangen, bleibt man jedoch auf dem Talgrund und bewegt sich auf diesem weiter in Richtung Stavrou Seli Pass ( viewforum.php?f=46 ). Von der zentralen Senke unterhalb Livada kann man sich auch durch ein nordwestlich gelegenes Dolinental weglos Richtung Therissos durchschlagen ( viewforum.php?f=70 ).
Vom Mitato Livada hat man einen schönen Blick auf die weitere Umgebung. Man sieht bereits die nächste E4-Stange in dem immer weiter ansteigenden Hochtal zum Grias Soros Pass. Ganz allgemein kann gesagt werden, dass der Weg über mehrere Geländestufen versucht, dem Talverlauf zu folgen. Diese Geländestufen sind Felsbänder, die zwischen dolinenartigen, flachen Einsenkungen stehen geblieben sind. Solche Hindernisse zwingen den Weg zwischenzeitlich, den tiefsten Punkt zu verlassen.
Um die Quelle Lagounero zu erreichen, geht man den normalen E4-Weg, der in diesem Anfangsteil von einem schwarzen Wasserschlauch begleitet wird. Dieser entfernt sich jedoch langsam vom Weg. Immer weiter ihm folgend wird man nach einigen Höhenmetern die gefasste Quelle auffinden.
Der eigentliche E4-Weg folgt jedoch dem kurzzeitig flacheren Hochtal. Dies ist jedoch nur ein kurzes Intermezzo. Die nächste Höhenstufe ist schon zu erkennen. Bis zum Sattel am Grias Soros muss man jedoch noch nahe dem Talgrund einige Felsgebilde umgehen. Stangen und Zeichen zeigen an, wohin sich der Weg wendet. Eine verstärkte Aufmerksamkeit ist vonnöten, da der Weg im Verlauf manchmal sehr überraschend ist. So verläuft er teilweise sogar auf alten Mauerungen.
Kurz vor dem Ende des Tales erklimmt der Weg einige Felsgebilde und wendet sich dem bereits überraschend nahen Pass flacher zu. Man hat bisher von Livada aus einen Aufstieg von ungefähr 300 Höhenmetern hinter sich gebracht. Der Pass trennt die Berge Grias Soros und Agio Pnevma. Man befindet sich über 2050 m am höchsten Punkt der Wanderung. Von hier aus hat man zum ersten Mal einen Ausblick zur Nordküste mit der Hafenstadt Chania. Außerdem sieht man zur Rechten einen weiteren Sattel etwas niedriger gelegen. Er trennt den Grias Soros von einem weiteren benachbarten Berg (Trocharis?). Diesen Sattel anpeilend verläuft der weitere Weg auf einer unangenehmen Schotterschräge des Nordhangs des Grias Soros mit nur leichtem Höhenverlust. E4-Zeichen weisen den Weg. Im Frühjahr muss gegebenenfalls nahe des Agio Pnevma-Grias Soros Sattels ein lange liegen bleibendes Schneefeld oberhalb, ggfs. auch etwas unterhalb gequert werden.

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Blick vom Sattel am Grias Soros auf den weiteren Weg: Im Vordergrund der Sattel Sideroporti, weiter hinten der Sattel zwischen dem Kegelberg Askifiotikos Soros und dem langgestrecktem Berg Trocharis(?)

Man gelangt nun auf diesen Sattel (in der Anavasi-Karte als „Sideroporti“ = Eiserne Tore bezeichnet) und läuft am höchsten Punkt desselben auf den lang gestreckten Berg zu. Um möglichst wenig Auf und Ab zu erzeugen, wird dieser Berg an der eher südlichen Seite an der Hangschräge umgangen. Wiederum dient ein bereits anzupeilender nächster Sattel zwischen dem lang gestreckten Berg und dem Kegelberg Askifiotikos Soros als Ziel. Dort angekommen sieht man ein neues abfallendes Tal im Osten vor sich. Der Weg verläuft kurze Zeit rechts oberhalb einiger Zerklüftungen und wendet sich über einen Felsenkamm, der gegenüberliegenden Hangseite zu, an der jetzt leicht abschüssig entlang gegangen wird. E4-Zeichen weisen den Weg; sie weichen etwas vom auf der Anavasi-Karte eingezeichneten Weg ab.

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Das Kastro-Massiv

Es ist schwer, die richtige vorgegebene Höhe zu finden und zu halten. Das Terrain ist von hellem losem Schotter bestimmt. Unterhalb sieht man eine Senke, die der Weg zu erreichen scheint. Jedoch wendet er sich weiter die wesentliche Höhe haltend links ein Stück weit um den Berg herum. Man verliert nur wenige Höhenmeter und erreicht die letzte E4-Stange auf einer markanten Bergnase.
Nun folgt das orientierungstechnisch sicher anspruchsvollste Wegstück, denn der weitere Wegverlauf ist variabel, um nicht zu sagen unklar: Eine deutliche Spur ist nicht erkennbar.
Vor uns liegt ein sich nach Süden öffnender Talkessel, dessen südliches Ende aus schwarzer Lava zu bestehen scheint. Nur mit einem Fernglas wäre in südöstlicher Richtung an dem der Bergnase in südöstlicher Richtung gegenüberliegenden Hang eine E4-Stange zu erkennen.
Die auf der Anavasi-Karte eingezeichnete Route umrundet den Talkessel – sie beginnt, noch ehe man auf die Bergnase hinaustritt und die dort stehende E4 Stange erreicht – in nordöstlicher, dann östlicher und schließlich südöstlicher Rechtung, ohne zu viel Verlust an Höhe. Den Talkessel so zu umgehen ist in diesem Terrain jedoch auch kein Vergnügen.
Daher führt die markierte Route in südöstlicher Richtung (auf der nördlichen Flanke der Bergnase) in den Talkessel am Fuße derselben hinab, ohne jedoch in Richtung des schwarzen, lava-ähnlichen Gesteins zu zeigen. Die Richtung des Abstieges haltend, auf einem kurzen Stück den Grund des Talkessels querend, zieht sie sich auf der gegenüberliegenden Hangseite in südöstlicher Richtung nach oben. Hier sind aufgrund des zerklüfteten Terrains nur wenige Markierungen gesetzt. Vereinzelte Steinmännchen weisen – wenn sie denn noch vorhanden sind – den Weg. Oben am Hang trifft man schlussendlich wieder auf eine der beiden dort stehenden E4-Stangen. An Höhe gewinnend sieht man von ihr aus eine weitere Stange auf einem Sattel vor einem weiteren Hochtal stehen. Dort angekommen kann man in jenes hinabsteigen. Dieses Hochtal befindet sich auf der Nordseite des Kastro-Massivs.

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Blick auf das Hochtal an der nördlichen Kastro-Flanke. Etwa am Punkt der Aufnahme steht eine letzte E4-Stange

Auf dem Grund angekommen, lässt sich dieses sehr angenehm bis zur nächsten Passhöhe wieder ansteigend durchschreiten. Diese Passhöhe (Koutalas Seli) ist der Beginn des eigentlichen Abstieges zur Niato-Hochebene durch die Kastro-Nordflanke.
Hier bieten sich nun mehrere Möglichkeiten: Geht man etwas ansteigend den Zeichen nach in den Hang, so wird man sehr bald eine erste E4-Stange erblicken. Diese und die folgenden geleiten einen dann auf einem schotterigen Hang in Richtung eines Grates. Auf diesem angelangt (ca. 1900 HM), sieht man unten schon die Niato-Ebene liegen. Würde man den Grat nach oben gehen, so erreichte man den Gipfel des Kastro. E4-Stangen geleiten einen jedoch abwärts. Der Weg verlässt weit unten den Grat und führt in das rechterhand gelegene "Tälchen" (das zwischen dem begangenen und dem etwas weiter rechts gelegenen zweiten Grat verläuft) hinab; dies erreicht man bei etwa 1500 HM. Von hier aus führt der Weg am Hang des zweiten Grates entlang abwärts. E4-Stangen und Zeichen weisen den Weg. Durch Bäume hindurch erreicht man schließlich nahe der Zisterne die Straße.

Besser und 2016 neu markiert führt vom Koutalas Seli eine deutliche Spur vom Pass diagonal abwärts in eine Senke, die auf der rechten Seite umgangen wird. Der Abhang des Massivs besteht aus schräg geschichteten Felsplatten, die zum Teil von losem Kies bedeckt sind, welches – ähnlich wie Murmeln – bei Belastung ins Rollen gerät. Es ist im diesem Bereich unbedingt wichtig, die vorhandenen Stangen und Steinmänner nicht zu verlieren. Der Weg selbst nutzt die Tatsache, dass die Felsplatten entlang einer Naht aufgeplatzt erscheinen. In dieser Naht versucht der Weg ein akzeptables Fortkommen zu bieten. Lange scheint sich dieser Abschnitt mit nur einer unmerklichen Wendung um das Massiv herum zu wenden. Erst nach Bewältigung dieses felsigen Terrains erfolgt der eigentliche Abstieg hinunter zur Katastromeno-Zisterne, die am Ende der Fahrstraße liegt. Der Weg führt hierbei in ein Waldstück hinein, in dessen Verlauf der Schlussabstieg erfolgt.

Von der Zisterne ausgehend (bzw. auf der Schotterstraße angelangt) folgt man der eindeutigen Schotterpiste nach Süden. Nur noch kurz führt sie aufwärts, um sogleich dann am Rand der Niato-Hochebene den Blick auf dieselbe freizugeben. Die Piste führt hinab und teilt sich in eine linke und eine rechte Möglichkeit auf.
Rechts wird sie um die Niato-Hochebene kreisrund vollständig herumgeführt. Diese Möglichkeit kann anfangs ergriffen werden, um den Weg nach Trikoukia ( viewforum.php?f=42 ) zu erreichen.
Man schlägt jedoch den linken Weg ein, der die Ebene auf der nördlichen Seite passiert. Dieselbe wird durch eine Kehre verlassen. Auf dem folgenden Deckelrand der Hochebene angelangt, sieht man weit hinunter auf das Ziel, die Askifou-Ebene. Auch die Tavri-Schutzhütte ist zu erblicken. Die Wanderung jedoch führt nicht direkt an der Schutzhütte vorbei (sie wird über eine Stichstraße erreicht), sondern folgt erst einmal der eigentlichen Hauptpiste.
Auf der Höhe einer nach rechts abzweigenden Schotterpiste nahe der Kirche Agio Pnevma ergreift der E4-Weg wieder seine eigene Trasse, die sich im weiteren Verlauf in unzähligen Serpentinen den Hang hinabschlängelt bis man wieder auf die schon bekannte Hauptpiste trifft. Diese überquert man und nimmt auf der anderen Straßenseite Anschluss an den ursprünglichen Weg. Er steigt weiter ab. Die ersten Häuser von Ammoudari werden kurz darauf erreicht.

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Blick aus den Weißen Bergen in Richtung Psiloritis


Askifou – Katsiveli:
Von der Informationstafel am Hauptplatz in Ammoudari folgt man der steilen Dorfstraße bergauf. Nach einer Serpentine verlässt die E4-Markierung die Straße. Ein sehr anstrengender Aufstieg beginnt. In unzähligen Serpentinen schraubt sich der Weg immer weiter hinauf. Einmal wird die Schotterpiste gequert. Der E4-Weg erreicht in der Nähe der Kirche Agio Pnevma wieder die schon erwähnte Schotterpiste. Auf ihr geht man links hinauf. In einiger Entfernung ist die Schutzhütte Tavri, die über eine Stichstraße erreicht werden kann, zu erkennen. Sie findet jedoch keine Berücksichtigung, denn der eigentliche Weg geht weiter, bis der gleichermaßen als Deckelrand zu bezeichnende Wall um die Niato-Hochebene erreicht ist. Sie breitet sich unterhalb wie eine kreisrunde Pfanne aus. Wir folgen der Schotterpiste, welche die Ebene auf ihrer nördlichen Seite umgeht.

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Die Niato-Hochebene


Auf der gegenüberliegenden Seite könnte man den Weg nach Trikoukia ( viewforum.php?f=42 ) beginnen.
Hat man die Ebene nördlich durchquert, verlässt eine Schotterpiste rechts ansteigend dieselbe über einen kleinen Pass. Auf der anderen Seite führt die Piste abwärts bis zu einer Zisterne. Hier könnte man noch einmal Wasser auffüllen.

Es gibt von hier aus mehrere Möglichkeiten: Bereits vor(!) dem Erreichen der Zisterne zweigt der markierte E4-Weg links ab und führt durch bewaldetes Gelände nach Westen aufwärts. E4-Stangen und Zeichen weisen den Weg. Am nördlichen Hang eines Grates entlang führt der Weg aufwärts bis eine Art Talkessel erreicht wird (1500 HM). Von hier aus wird auf den rechten Grat gestiegen, immer den Stangen folgend, die zum Teil schwer zu erkennen sind. Auf dem Grat geht man bis ca. 1900 HM. Dort zweigen die Stangen nach rechts in den schotterigen Hang ab; folgte man weiter dem Grat, so würde man den Gipfel des Kastro erreichen. Der Weg führt nun im Schotter um den Kastro herum. Man erkennt bald vor sich etwas niedriger gelegen den Koutalas Seli (Sattel) mit Steinhügelchen, das man erreichen muss. Bevor man den Sattel erreicht, enden die Stangen (nicht aber die Zeichen).

Besser ist es aber, man geht von der Katastromeno-Zisterne in das nordwestliche Waldstück hinauf und folgt von da an den E4-Stangen (sowie Zeichen und Steinmännchen). Der Höhengewinn durch Serpentinen und über einige Nasen ist beträchtlich. Die Vegetation tritt leicht zurück und die Wegführung wendet sich, etwas flacher werdend, um den Abfall des Kastro-Massivs in diesem Bereich herum. Große schräg stehende Felsplatten treten in den Vordergrund. Lockerer Kies liegt auf ihnen und stellt eine Gefahr eines Sturzes dar. Der Weg versucht die Tatsache auszunutzen, dass diese Felsplatten entlang einer Naht gleichsam zerbrochen sind. In ihr führt der Weg aufwärts um das Massiv herum. Nach längerer Zeit erreicht man endlich eine flache Senke. Sie wird an ihrem südlichen Ende umgangen. Danach steigt man über ein Felsengewirr recht steil zu der Passhöhe am Kastro-Massiv hinauf.

Auf dem Sattel angekommen zeichnet sich der weitere Wegverlauf bereits klar ab: Vor einem breitet sich ein sanftes Hochtal aus. Es wird an dem westlichen Ende durch mehrere Sattel abgeschlossen.
Um dorthin zu gelangen, steigt man in jenes Hochtal ab und schreitet den angenehmen Talgrund nach Westen ab. Findet dieses Tal seinen Abschluss, ist es wichtig, nicht in der tatsächlichen Laufrichtung aufzusteigen, sondern etwas nordwestlich versetzt einen deutlichen Sattel anzugehen, denn nur hier findet sich die Fortsetzung der folgenden E4-Stangenmarkierung; die neuen Markierungen weisen auch hier den Weg.
Erblickt man einen folgenden Talkessel, der nach Süden in unzähligen kleinen schwarzen, an Lava erinnernden Pfannen ausläuft, so bricht schon nach der nächsten Stange die Stangen-Markierung wieder ab. Von hier weist die Markierung mit Zeichen den Weg – die Rpoute in der Anavasi-Karte weicht hier von der markierten Route ab, indem sie in etwa die Höhe haltend den Talkessel erst nordwestlich, dann westlich, schließlich südwestlich den Kessel umrundet.
Um der markierte Route zu folgen, steigt man jedoch an der letzten E4-Stange einfach in nordwestlicher Richtung in Richtung des Talgrundes ab, wobei man aber nicht in Richtung der schwarzen, lava-ähnlichen Strukturen geht, sondern sich nördlich davon hält. Am gegenüberliegenden Hang steigt man, die Richtung beibehaltend, in Richtung einer Bergnase hinauf. Steinmännchen und Zeichen weisen den Weg. Ungefähr auf gleicher Höhe (wie die der letzten E4-Stange) findet sich an der Bergnase wieder eine E4-Stange. Der Weg geht leicht an Höhe gewinnend auf der lang gestreckten südlichen Seite eines wohl namenlosen Berges (Trocharis?) entlang.
Die Ausrichtung des Weges folgt der Ausrichtung des Berges, das heißt, er peilt immer mehr einen signifikanten Sattel an, der etwas oberhalb des Talabschlusses zwischen unserem Berg und dem Kegelberg Askifiotikos Soros liegt. Kurz vor Erreichen des Sattels quert der Weg über einen Felsenkamm die Dolinen zur südlichen gegenüberliegenden Talseite. Auf ihr, am Kegelberg entlang gehend, wird der erwähnte Pass erreicht. Dort angekommen breitet sich ein verwirrendes Meer an bizarren Gesteinsformationen in der Tiefe aus. Um diesen Höhenverlust zu umgehen, hält man sich ungefähr auf der gleichen Höhe weiter auf der schrägen Hangseite des lang gestreckten Berges. Wiederum ist ein Sattel, der schon zu erkennen ist, das Ziel. Er verbindet unseren Berg mit dem Kegel des Grias Soros; in der Anavasi-Karte heißt dieser Sattel Sideroporti = Eiserne Tore. Die gesamte Wegstrecke ist neu markiert.

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Blick vom Sattel Sideroporti in eine Mondlandschaft hinab

Den Grias Soros umgeht der E4 auf dem nördlichen Abhang. Die schotterige Schräge ist unangenehm. Es eröffnen sich gleichzeitig Ausblicke auf die Nordküste und Chania. Leicht ansteigend erreicht man jetzt den Pass zwischen Grias Soros und Agio Pnevma; kurz zuvor kann ein Schneefeld, das aber leicht unterhalb, oftmals aber besser oberhalb, umgangen werden kann. Auf dem Sattel hat man vorerst den höchsten Punkt erreicht.
In einem vorher vor den Blicken verborgenen Hochtal wird es abwärts gehen. Dieses ist jedoch aus mehreren Stufen aufgebaut und durch Felsformationen in seiner einheitlichen Struktur unterbrochen. Der Wegverlauf passt sich diesen „Überraschungen“ in seiner Führung an. So verschwindet man direkt nach der Passhöhe in einem Konglomerat an Felsblöcken. Eine nächste Senke wird erreicht. Über Felsenkämme und zum Teil gemauerte Wegabschnitte verliert der Weg peu-a-peu an Höhe. Nach diesen Stufen weitet sich das Tal zu einer größeren Senke. Nach Durchquerung derselben trifft man auf einen von oben herabgeleiteten schwarzen Wasserschlauch. Sollte es notwendig sein, kann man diesem etwas zurück und einige Höhenmeter ansteigend folgen. Man wird die gefasste Quelle Lagounero auffinden.
Unabhängig davon führt der E4 nach einem minimalen Anstieg hinunter zum bereits erkennbaren Mitato Livada. Das Mitato thront über dem Schnittpunkt zweier Täler. Das erste haben wir soeben erkundet. Das andere führt nach Norden und endet an der Passhöhe Stavrou Seli. Hier führt ein Weg hinab zur Nordküste über die Volikas-Hütte ( viewforum.php?f=46 ). Ein weiterer Weg führt über das gegenüberliegende Mitato Pirgos nach Westen. Man kann sich einen Weg in einer erst einmal zerklüfteten Dolinen-Landschaft suchen, um später kommoder Richtung Therissos abzusteigen ( viewforum.php?f=70 ).
Der E4-Weg jedoch wendet sich vom Mitato in demselben Talgrund südwestlich ab. Hierfür steigt man erst einmal auf deutlicher Spur zu diesem ab. Dort angekommen geht man immer dem tiefsten Punkt des Talgrundes folgend weiter. Die höher angebrachten E4-Stangen dienen nicht der Weisung des tatsächlichen Wegverlaufes sondern markieren nur eine weithin sichtbare Orientierungshilfe in diesem an sich eindeutigen Hochtal. Dieses gewinnt leicht an Höhe. Um eine nun forcierte Zerklüftung des Reliefs zu umgehen, wendet sich der weiterhin markierte E4 etwas südlich ansteigend dem nordwestlichen Abhang des Svourichti-Berges zu. Er wird benutzt, um dieses Labyrinth zu passieren. Man gewinnt an Höhe. Am Talabschluss angekommen, sind einige Serpentinen notwendig, um die Passhöhe zu erreichen. Auf ihr thront die verschlossene EOS-Schutzhütte Katsiveli. Sie ist nach der gleichnamigen Senke benannt, die von hier deutlich sichtbar unter einem liegt. In der Vergangenheit war dieser Platz ein wichtiger Ort der Käseherstellung. Deswegen finden sich viele Hirtenhütten in diesem Oval. Um zur geöffneten kleinen Schutzhütte Katsiveli zu gelangen, steigt man nur noch wenige Serpentinen hinab. Sie befindet sich zentral kreisrund, am Metalldach zu erkennen, auf einer kleinen Anhöhe.
Dieses Zentrum traditioneller Wege über und durch die Weißen Berge bietet mehrere Wandermöglichkeiten. Man kann von hier aus über Roussies Richtung Anopolis gelangen ( viewforum.php?f=28 ). Außerdem bietet sich ein schneller Direktanstieg zum Pachnes an ( viewforum.php?f=26 ). Der eigentliche E4 führt in einer neuen Etappe zur bewirtschafteten EOS-Hütte Kallergi ( viewforum.php?f=16 ).

Nachfolgend der GPS-Track für den Weg Niato - Livadha - über den alten E4 am Kastro.
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Livadha-Ammoudhari.kml
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Livadha-Ammoudhari.bmp
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Der neue E4 am Kastro hat folgenden Verlauf (einschließlich der Stangen):
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Kastro_E4_new.kmz
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Kastro_E4_new.jpg
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Und der GPS-Track für den Weg zwischen Livadha und Katsiveli. Vielen Dank hierfür an Ian Morrissy für die Genehmigung, seinen GPS-Track zu nutzen. / Thanks a lot to Ian Morrissy to use his GPS-track here!
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Und zum Schluss noch die GPS-Daten für den Kastro-Aufstieg:
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Kastro-Aufstieg.kml
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Vielen Dank an Franz Brauer / Berlin für die Korrekturen! (12/2011)
Last update: 08.08.2016

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